Neue Lehrkräfte an der Uni Bielefeld

In den vergangenen Monaten haben an der Universität Bielefeld außergewöhnlich viele neue Professorinnen und Professoren ihre Tätigkeit aufgenommen. Das liegt einerseits am universitätseigenen Entwicklungsprogramm UniPlus, das 2016 gestartet wurde. Andererseits sorgt das Tenure-Track-Programm seit 2017 dafür, dass zusätzliche Juniorprofessuren geschaffen werden. In einer fünfteiligen Serie stellen wir die Neuen vor:

Professorin Dr. Andrea Bräutigam ist seit Oktober 2017 Professorin für Biologie, Fachgebiet Computer-gestützte Biologie an der Universität Bielefeld. Im Mittelpunkt ihrer Forschung stehen die Generierung und Analyse großer Datensätzen („big data“). Mit Hilfe von computergestützten Methoden untersucht sie den Prozess der Photosynthese von Pflanzen, speziell die Anpassung der Pflanzen an Umweltbedingungen, beispielsweise die C4 Photosynthese. Insbesondere interessiert die Wissenschaftlerin die Informationsverarbeitung der Pflanze. Andrea Bräutigam studierte an der Universität Köln Biologie und promovierte 2008 im Fach Genetik an der Michigan State University, East Lansing (USA). Nach einer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf unter anderem am CEPLAS – Exzellenzcluster für Pflanzenwissenschaften, leitete sie zuletzt die Arbeitsgruppe Netzwerkanalyse und Modellierung am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben (2016-2017).

Juniorprofessor Dr. Kai C. Bormann arbeitet seit September 2017 als Professor für Management von Familienunternehmen an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Seine Forschungsschwerpunkte sind Personalführung, Gesundheit im Arbeitskontext und Veränderungsmanagement. Zurzeit sammelt er Daten zur Lebens- und Arbeitsattraktivität in Ostwestfalen-Lippe.  Kai C. Bormann hat Betriebswirtschaftslehre an der Universität Trier, der Aarhus
School of Business (Dänemark) und an der Universität Bielefeld studiert. Von 2010 bis 2013 absolvierte er ein Promotionsstudium am Lehrstuhl für Personalentwicklung und
Veränderungsmanagement an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Dortmund und promovierte dort 2013. Bis zu seinem Wechsel nach Bielefeld arbeitete er dort als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Postdoc.

Professor Dr. Lutz Eidam arbeitet seit August 2017 als Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und Strafrechtsvergleichung an der Universität Bielefeld. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen auch Wirtschafts- und Medizinstrafrecht. Eidam hat
Rechtswissenschaft in Frankfurt am Main und an der University of New York in Buffoalo (USA) studiert. Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter hat er an der Goethe-Universität Frankfurt am Main gearbeitet und dort 2006 promoviert. Er war von 2008 bis 2014
Wissenschaftlicher Assistent an der Bucerius Law School in Hamburg. 2008 erhielt er die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft und war nebenberuflich als Strafverteidiger tätig. 2014 habilitierte sich Eidam an der Universität Tübingen. Bereits im Sommersemester 2017 vertrat er die Strafrechtsprofessur in Bielefeld.

Professor Dr. Christoph Kayser arbeitet seit September 2017 als Professor für Kognitive Neurowissenschaften an der Fakultät für Biologie am Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC). Kayser befasst sich mit sensorischer Integration: Er
untersucht, wie verschiedene Sinnesinformationen über die unterschiedlichen Sinneskanäle im Gehirn verarbeitet, integriert und in Verhaltensreaktionen umgesetzt werden. Der
Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) fördert seine Arbeit bis 2020 mit zwei Millionen Euro. Christoph Kayser studierte Mathematik an der ETH Zürich (Schweiz) und promovierte dort 2004. Von 2004 bis 2007 forschte er als Postdoktorand an der Universität Tübingen. Von 2008 bis 2012 leitete er am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen die Nachwuchsgruppe „Neuronale Grundlagen der Sinnesintegration“.
September 2017 leitete Kayser an der University of Glasgow (Großbritannien) eine
Forschungsgruppe zu Integrativer Neurowissenschaft.

Professor Dr. Paul T. Schrader hat seit August 2017 den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Recht der Digitalisierung und Innovation an der Universität Bielefeld inne. Sein Forschungsschwerpunkt liegt im Bürgerlichen Recht sowie den Schutzrechten des Geistigen Eigentums – beides mit den spezifischen Auswirkungen der Digitalisierung (insbesondere
autonome Techniksysteme). Schrader studierte Rechtswissenschaft sowie Wirtschaftsrecht mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik (LL.M. oec.) an der Friedrich-Schiller-
Universität Jena. Anschließend promovierte er zu einem patentrechtlichen Thema. Nach dem Referendariat folgte er einem Ruf auf eine Juniorprofessur für Bürgerliches Recht, Gewerblichen Rechtsschutz und Zivilprozessrecht an die Universität Augsburg. Dort habilitierte er sich 2016 mit einer Schrift zum Wissen im Recht.

Juniorprofessor Dr. Thomas Wischmeyer arbeitet seit August 2017 als Professor für Öffentliches Recht und Recht der Digitalisierung an der Universität Bielefeld. Seine
Forschungsschwerpunkte sind das Recht der Informationsgesellschaft, Rechts- und Verwaltungstheorie sowie deutsches und europäisches Verfassungsrecht. Thomas Wischmeyer hat Rechtswissenschaft in Freiburg, Lausanne/Schweiz und
Krakau/Polen studiert. Er war nach seinem Referendariat als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesverfassungsgericht tätig. 2014 erfolgte die Promotion an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Anschließend war er dort als Akademischer Rat tätig. Von 2016 bis 2017 forschte Thomas Wischmeyer als Emile Noël Fellow am Jean Monnet Center der New York University of Law in den USA.