Die Saison der Bielefelder Philharmoniker

Isabelle van Keulen wird auch mit dabei sein. Foto: Marco Borggreve

Generalmusikdirektor Alexander Kalajdzic folgt einem bewährten Kurs, wenn er für die kommende Spielzeit der Bielefelder Philharmoniker Solisten von internationalem Rang wie Isabelle van Keulen, Martin Helmchen oder Frank Peter Zimmermann einlädt. Letzterer stellt im April-Konzert das warm tönende e-Moll-Violinkonzert von Mendelssohn Bartholdy in einen Kontext mit dem d-Moll-Konzert des von Mendelssohn wiederentdeckten Johann Sebastian Bach; Alexander Kalajdzic serviert dazu – passend zur Jahreszeit – Robert Schumanns Erste, die Frühlingssymphonie. Stichwort Bach: Zeitlose Größe und Meisterschaft prägen seine h-Moll-Messe, deren Manuskript übrigens zum UNESCOWeltdokumentenerbe zählt.

Für dieses Konzert in der vorösterlichen Zeit kommt der Estnische Philharmonische Kammerchor nach Bielefeld und trifft auf beliebte Solisten des Musiktheaterensembles.

Im Februar dürfen sich Freunde der unverwüstlichen Moldau auf den Zyklus Mein Vaterland von Bedřich Smetana freuen, der eine ganze Serie von Motiven und Episoden aus der Böhmischen Geschichte höchst reizvoll zu erzählen weiß. Verwandte, fast schon bildhafte Programmmusik gibt’s außerdem im ersten und im letzten Symphoniekonzert zu
hören: Max Regers Vier Tondichtungen nach Arnold Böcklin hier, Richard Strauss’ Don Quixote dort. Am titelorientierten Cello trifft Bruno Delepelaire, Solist der Berliner Philharmoniker, auf die Solo-Bratschistin der Bielefelder Philharmoniker Antonina Shvyduk, deren Rolle mehr dem
Sancho Pansa zugeordnet ist.

Wie ein roter Faden ziehen sich große Symphonien durch das Konzertprogramm – neben Schumann erklingen Tschaikowskys Erste, Beethovens Zweite und Brahms‘ Dritte. Ihnen gegenüber stehen gleich drei Werke, deren »Unfertigkeit« ihren besonderen Reiz überhaupt erst ausmachen: Am Volkstrauertag schließt Schuberts Unvollendete mit dem Adagio aus Mahlers 10. Symphonie einen Kreis um dessen Kindertotenlieder, gesungen von Mezzosopranistin Katja Starke.

Im Januar erklingt Bruckners unvollendete 9. Symphonie im Anschluss an Béla Bartóks 2. Klavierkonzert, gespielt von Martin Helmchen. Natürlich dürfen Moderne und Postmoderne nicht fehlen: Zum 100.Geburtstag von Bernd Alois Zimmermann stellen die Philharmoniker
dessen spektakuläre »Ekklesiastische Aktion« vor
Mit Three Illusions des 2012 verstorbenen Elliot Carter und Arnold Schönbergs klangschöner Verklärter Nacht in der
Version für Streichorchester schließt sich dieser Bogen im 8. Symphoniekonzert, in dessen Zentrum Mozarts Sinfonia concertante zuhören ist. Als Gast dirigiert dieses Konzert der Ungar Gábor Takács-Nagy.

Winterträume heißt Tschaikowskys 1. Symphonie im Untertitel und gibt damit eine Art Motto für das adventlich geprägte Dezemberkonzert vor: Georg Friedrich Händels Wassermusik lässt barocke Festlichkeitaufleben und hebt gewissermaßen den Vorhang für Isabelle van Keulen, die Max Bruchs beliebtes Violinkonzert spielen wird.

In den 9 Kammerkonzerten darf man sich auf besondere Werke mit verschiedenen Besetzungen und Stilrichtungen freuen. Mitglieder der Bielefelder Philharmoniker, Sänger des Theaters Bielefeld und ausgewählte Gäste werden gemeinsam spannende Konzertabende
gestalten.

Im Bereich der Abonnements bieten die Bielefelder Philharmoniker nac hwie vor die Klassiker an: das Voll-Abo mit allen Symphoniekonzerten, wahlweise am Freitag oder Sonntag, und das Kleine Abo mit je sieben bzw. fünf Konzerten. Außerdem wird es weiterhin ein den »Großen Solisten« gewidmetes eigenes Abonnement geben sowie ein Abonnement
mit allen Kammerkonzerten. Wer (noch) kein Abo wählen möchte, darf sich »Konzertpakete« mit fünf oder drei Terminen nach Wahl schnüren und sich über attraktive Rabatte freuen.

Der Abonnement-Verkauf beginnt am 2. Mai 2018. Der offizielle Vorverkaufsstart für alle Konzerte der Bielefelder Philharmoniker ist am1. Juni 2018. Das neue Saisonheft erscheint Mitte Mai.