Im Gespräch mit “Rosenrot” Judith Patzelt

Judith Patzelt fühlt sich in Bielefeld wohl. (Foto: Wolff)

Judith Patzelt spielt die Figur des Rosenrot im diesjährigen Weihnachtsmärchen. Ein Gespräch mit ihr über Probenstress, Entspannung und Zukunftspläne.

Frau Patzelt, wie war die Premiere?
Patzelt: Wunderbar. Es war schön, nach sieben Probenwochen vor Publikum zu spielen.

Wie waren die Proben?
Patzelt: Die Zeit war sehr intensiv, gerade wenn man eine Hauptrolle spielt. Ich bin immer sehr froh, wenn es dann gut über die Bühne geht und das Stück ein Erfolg wird.

Haben Sie sich für die Rolle beworben?
Patzelt: Nein, ich war hier am Theater zwei Jahre engagiert. Die Dramaturgin Katrin Enders ist auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich Interesse an der Rolle habe. Da habe ich sofort zugesagt.

Wie sind Sie zum Theater gekommen?

Judith Patzelt spielt das Rosenrot im diesjährigen Weihnachtsmärchen. (Foto: Theater Bielefeld)

Patzelt: Ich habe schon als achtjähriges Kind angefangen, Theater zu spielen. Mein erstes Stück war Humperdincks „Hänsel und Gretel“ im Kinderchor des Kleist Theaters in Frankfurt an der Oder.
Nach dem Abi habe ich mich dann gefragt, ob ich wirklich in das Haifischbecken der Schauspielerei möchte. Alternativen wären auch Psychologie oder Musik gewesen.

Was wurde es dann?
Patzelt: Letztendlich wurde es dann die Schauspielerei, weil die Faszination dafür am Größten war.

Wie ging es dann weiter?
Patzelt: Im Anschluss an mein Studium hatte ich Gastverträge in Cottbus und Heilbronn. Dann hatte ich mein erstes Festengagement in Münster.

Wie war es dort für Sie?
Patzelt: Ich hatte dort drei wundervolle Jahre und bin dann hier in Bielefeld direkt engagiert worden.

Wo haben Sie jetzt Ihren Lebensmittelpunkt?
Patzelt: Ich wohne seit 2012 hier in Bielefeld und bin nebenbei in vielen Projekten tätig, angefangen von künstlerischen Lesungen über Duoabende. Außerdem mache ich noch eine Ausbildung in Theatertherapie.

Was bedeutet es für Sie, gastweise zu spielen?
Patzelt: Ich habe mich dafür entschieden, weil es in meinen kompletten Lebensplan passt.

Was machen Sie denn, wenn Sie Texte lernen müssen?
Patzelt: Ich brauche dafür das stille Kämmerchen, lese mir mein Stück durch und versuche mich dann auf meine Rolle zu fokussieren. Mit Musik im Hintergrund kann ich zum Beispiel gar nicht lernen.

Sie stehen jetzt in über 50 Vorstellungen des Weihnachtsmärchens auf der Bühne, wie entspannen Sie sich?
Patzelt: Ich gehe gerne in die Sauna und mache mehrmals in der Woche Sport; ich jogge gerne im Teutoburger Wald.
Dazu muss ich aber auch sagen, dass diese zahlreichen Vorstellungen keine Belastung für mich sind. Es ist für mich wirklich eine Freude auf der Bühne zu stehen; vor allem wenn man sieht, wie man das Publikum mitziehen kann.

Womit können Sie nur schlecht umgehen?
Patzelt: Mit Unachtsamkeit, auch bei mir selber.

Was meinen Sie damit?
Patzelt: Einmal habe ich einem Kollegen zu einer Premiere gratuliert, obwohl er gar keine gehabt hatte, das war mir sehr peinlich.

Was wollen Sie in Zukunft gerne machen?
Patzelt: Ich würde gerne mal eine Hauptrolle in einem antiken Stück spielen. Die Stadt in der ich gerne nach Bielefeld leben würde ist Leipzig. Bis 2019 möchte ich aber gerne hier in Bielefeld bleiben, da ich mich sehr wohl fühle.

Frau Patzelt, herzlichen Dank für das Gespräch.