Uraufführung mit Konrad Kästner

Konrad Kästner gitl als Garant für gute Unterhaltung (Foto: Privat)

Nach seiner erfolgreichen Produktion Der Auftrag, begibt sich der Regisseur und Dokumentarfilmer Konrad Kästner mit Die Möglichkeit erneut auf eine multimediale Reise zwischen Fiktion und Realität. Dabei spürt er einem Thema nach, das die Phantasie der Menschen seit Jahrhunderten beflügelt und in den letzten Jahrzehnten immer konkretere Formen angenommen hat: die Vernetzung von Mensch und Maschine.

In der jüngsten Vergangenheit hat diese Entwicklung entscheidende Fortschritte gemacht und sich die Verbesserung des Menschen zum Ziel gesetzt. Taube können wieder hören und Lahme können wieder gehen. Künstliche Herzklappen und Hüftgelenke sorgen dafür, dass wir länger und beschwerdefreier leben. Smartphones funktionieren als Erweiterung unseres Gehirns. Doch nicht nur die technische Optimierung des Menschen ist auf dem Vormarsch, gleichzeitig werden Maschinen auch immer menschlicher. Unsere Telefone reden mit uns. Programme entwickeln ihre eigenen Auffassungen von Richtig und Falsch. Die Vorstellung von harten Robotern aus Eisen und Drähten ist schon lange obsolet. Computer gewinnen im Schach, spielen Musik und finden kreative Lösungen für komplexe Probleme.

Der Regisseur und sein Team gehen den Fragen nach, die aus diesen Entwicklungen unweigerlich folgen. Was macht uns Menschen aus? Was bedeutet Menschlichkeit überhaupt? Wohin führt uns dieser sogenannte Fortschritt? Maschinen könnten den Menschen Stück für Stück überflüssig machen. Selbst Anwälte, Aktienhändler, Ärzte oder Autoren könnten von ihnen ersetzt werden. Und das muss gar nicht mal schlecht sein, denn oft machen die Maschinen ihre Arbeit deutlich besser. Programmierer, Mathematiker, Transhumanisten, Genetiker und globale Konzerne arbeiten allesamt an dieser Zukunft. Doch was im Silicon Valley Begeisterung auslöst, wird bei uns mit Skepsis belegt. Soll man alles machen, nur weil man es kann?

Mittels dokumentarischen Videomaterials führt uns dieser Theaterabend zwischen Film und Theater vor Augen, was heute bereits realisierbar ist und wovon wir noch sehr weit entfernt sind. Er konfrontiert uns mit unseren Ängsten und Zweifeln, die Science Fiction-Autoren seit Jahrzehnten zu den düstersten Dystopien inspirieren, und zeigt uns welche Chancen wir vielleicht dennoch ergreifen sollten. Verschreiben wir uns doch mal für einen Moment dem amerikanischen »Why Not?«.

Die Möglichkeit nimmt das Publikum mit in eine nahe Zukunft, die in Form einer zweiten Evolution längst unseren Alltag durchwirkt. Der Mensch als Mängelwesen hat ausgedient – die Zukunft ist voller Möglichkeiten.