Erfüllte Augenblicke in der capella hospitalis

Teil des Ensembles (von links).Edith Murasova, Willem Schulz, Gerd Lisken und Stefan Kallmer versprechen "erfüllte Augenblicke". (Foto: Privat)

Unter dem Titel „Erfüllte Augenblicke“ präsentiert die “Cooperativa Neue Musik” am 20. Oktober um 20 Uhr in der ehemaligen Krankenhauskapelle des Klinikums Mitte, der “Capella hopitalis”, zeitgenössische Liebeslieder und Kammermusik aus den letzten 50 Jahren.
Das im jahr 2015 gegründete Bielefelder Ensemble tritt dafür in einer Quartett-Formation an. Neben der Mezzosopranistin Edith Murasova, dem Klarinettisten Stefan Kallmer und dem Cellisten Willem Schulz wird auch Gerd Lisken am Klavier zu hören sein.

Das Programm selbst ist ein butner Blumenstrauß: Das älteste Werk ist die berühmte Sequenza III for voice von Luciano Berio aus dem Jahre 1965, die von der legendären Cathy Berberian uraufgeführt wurde. 1976 komponierte Mathias Spahlinger seine „128 erfüllten Augenblicke systematisch geordnet, variabel zu spielen“.

Eine „Aria“ für Cello und Klavier entstand zur Jahrtausendwende von dem Bielefelder
Komponisten Gerd Lisken. Das intime „Nachtstück“ vollendete 2008 der inzwischen sehr bekannte junge Komponist Jörg Widmann, der jüngst sein Oratorium „Arche“ in der
Elbphilharmonie aufführte.

Wie lassen sich mit zeitgenössischer Musik heute noch Liebeslieder schreiben? Mit dieser Frage beschäftigte sich Willem Schulz und fand bei dem jungen Adrej Murasov eindrucksvolle Gedichte. Diese und auch Lyrik des Bielefelders Wolfgang Schlüter inspirierten ihn zu zarten Klanggebilden, in denen sich “die Texte wie Kirschzweige einzubetten suchen”, wie die Veranstalter in ihrer Vorankündigung schreiben.

Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.