Israelische und deutsche Klänge

Die Cembalistin und Pianistin Tamar Halperin überzeugte die Zuhörer mit internationaler Musik. (Foto: Wolff)

Bielefeld (gw). Dass die Werke von Bach und Brahms mit Kompositionen von Argov, Shemer und Raichel nicht nur zusammenpassen, sondern im wahrsten Wortsinn harmonieren, haben die Zuhörer in der Beit Tikwa Synagoge erfahren können.

Die Cembalistin und Pianistin Tamar Halperin führte die zahlreich anwesenden Zuhörer in eine Welt, in der sie nach eigenen Angaben bereits seit ihrer Kindheit lebt. Dass sie sich in dieser Welt nicht nur wohlfühlt, sondern zu Hause ist, beweis die in Israel geborene Künstlerin gleich mit ihrem ersten Stück, der Prelude von Johann Sebastian Bach. Fast schien es, als würde Halperin kaum die Tasten berühren und trotzdem dem Klavier die Töne entlocken. So erklang auch die eigene Komposition „September Song“, bevor Halperin, die in New York promovierte, Brahms „Intermezzo“ intonierte.

Ganz still war es auch in der Synagoge, als das Stück „in Stiller Nacht“ des Komponisten Idan Raichel erklang. Raichel, der polnisch-russischer Abstammung ist, ist bekannt für das „Idan Raichel Project“, das elektronische Musik mit traditionellen hebräischen Texten sowie nahöstlicher und äthiopischer Musik verschmilzt. Vor Beginn des Projektes war Raichel Keyboarder und arbeitete mit Künstlern wie Ivri Lider.

Halperin schaffte es über das gesamte Konzert hinweg die Kompositionen werkgetreu wiederzugeben und dabei doch ihren eigenen Stil mit einzubringen; ob bei Sasha Argovs „Shir Eres“ oder auch bei Franz Schuberts „Waltz“, der sowohl majestätisch, als auch filigran in die letzten Winkel der Synagoge zu dringen schien.

Und so zeigten die Zuhörer ihre Begeisterung und spendeten Tamar Halperin zum Abschluss ihres Konzertes lang anhaltenden Applaus.